Verwendete Begriffe und Abkürzungen

 

Abfieren, auch fieren
Ein kleines Boot von einem großen Schiff, üblicherweise von einem => Davit, zu Wasser lassen, z. B. ein Rettungsboot

Abmustern
Den Dienst auf einem Schiff oder bei einer Reederei beenden.

Anheuern
In den Dienst einer Reederei treten

Anmustern
Auf einem Schiff angestellt werden.

Anwärter
Auszubildender auf einem Segelschiff oder Dampfschiff.

backbord
links

Bark
Segelschiffstyp mit drei Masten, davon zwei rah getakelt und der von vorne gesehen letzte Mast in Schonertakelung. Hat eine Bark mehr als drei Masten, dann wird die Anzahl der Masten mit angegeben, z. B. 4-Mast-Bark. Auch in diesem Fall ist es der letzte Mast, der eine Schonertakelung hat, während die anderen Masten rah getakelt sind.

Black Gang
Bezeichnung für die Besatzungsmitglieder ohne Offiziersrang, die im Maschinenraum arbeiteten, also Heizer, Kohlenzieher und Schmierer.

Davit
Eine Art kleiner Kran, üblicherweise in paarweise Anordnung, zum Herablassen und Heraufholen eines Rettungsbootes. Je Ende des Bootes gibt es einen Davit.

Extra Master
Damals das höchste Patent, das ein Seemann erlangen konnte. Es erforderte höheres Wissen in allen Prüfungspunkten (u. a. Seemannschaft und Navigation) und wurde von den großen Reedereien wie White Star Line und Cunard Line von ihren Kapitänen gefordert.

Fall (Mehrzahl: Fallen)
Tau, das zum Hochziehen oder Herablassen benutzt wird. Auf Segelschiffen Bestandteil des laufenden Gutes.

Fieren, auch abfieren
Ein kleines Boot von einem großen Schiff, üblicherweise von einem => Davit, zu Wasser lassen, z. B. ein Rettungsboot

Freiwache
Auf einem Schiff nicht im Dienst (= auf Wache) sein.

Freiwächter
Bezeichnungen für Personen in der Besatzung, die keiner festen Wache zugeteilt waren, z. B. Bootsmann, Zimmermann oder Segelmacher.

Heuer
Lohn eines Seemannes

Hundewache
Wenn Wache um Wache gegangen wird, d. h. vier Stunden Wache (Dienst), vier Stunden Freiwache, ändert sich die Länge der Wachen am Nachmittag/Abend. Dadurch wird erreicht, dass jede Wache („Arbeitsgruppe“) alle zwei Tage die unbeliebte Wache zwischen Mitternacht und vier Uhr morgens hatte.
Die Länge der Hundewache variierte dabei – auf englischen Schiffen betrug sie jeweils zwei Stunden. Die erste Hundewache war von 4 – 6 Uhr nachmittags und die zweite Hundewache von 6 – 8 Uhr abends.

Jungfernfahrt
Erste Fahrt eines Schiffes

Lee
Vom Wind abgewandte Seite; Windschatten

Luv
Dem Wind zugewandte Seite

Lieutenant RNR
Kapitänleutnant der Royal Naval Reserve = Reserveoffizier der Royal Navy

Musterrolle
Liste, in der alle aktuellen Besatzungsmitglieder eines Schiffes aufgeführt sind.

Patent (Offizier/Kapitän)
Befähigungsnachweis in mehreren Stufen. Die damalige Reihenfolge war 2. Offizier, 1. Offizier, Kapitän, Extra Master. Das Kapitänspatent war Voraussetzung, im als Kapitän fahren zu können. Große Reedereien forderten von ihren Kapitänen, dass sie über das Extra Master-Patent verfügten.

Quartermaster
Andere Bezeichnung für Rudergänger

Rah
„Querstange“ an einem Mast, das ein Segel trägt.

RNR = Royal Naval Reserve
Reserve der Royal Navy.

Rudergänger
Seemann, der während seiner Wache am Steuer des Schiffes steht. – Auf Dampfschiffen war ein Rudergänger während seiner Wache zwei Stunden am Steuer und zwei Stunden in Bereitschaft; ein dritter Rudergänger war am Reserversteuer am Heck, so dass bei einem Ausfall des Hauptsteuers das Reservesteuer direkt besetzt war.

steuerbord
rechts

Steuermann
Führungsposition auf Segelschiffen und teilweise auch Dampfschiffen. Synonym wird „Offizier“ verwendet. Durch Bezeichnungen wie 1. oder 2. Steuermann wird eine Hierarchie hergestellt.
Die White Star Line verwendete in ihren Musterrollen die Bezeichnung „Steuermann“ für die nautischen Offiziere.

Takelage
Bezeichnung für das stehende (= bei Manövern unbewegliche Abstützung der Masten) und Teile des laufenden (= sämtliches Tauwerk, das zum Bewegen eines Segels benötigt wird) Guts eines Segelschiffes.

Vollschiff
Segelschiff, auf dem alle Masten rah getakelt sind. Grundsätzlich drei Masten, sofern es nicht als 4-Mast-Vollschiff gekennzeichnet wird.

Wache
Hat zwei Bedeutungen:
1.) Tatsächlicher Dienst auf einem Schiff; Gegensatz dazu ist Freiwache, d. h. arbeitsfrei auf einem Schiff. Wache und Freiwache wechseln im regelmäßigen Abstand. Im Zwei-Wachen-System alle vier Stunden mit den Hundewachen am Nachmittag, im Drei-Wachen-System hat man vier Stunden Wache und acht Stunden Freiwache.
2.) „Arbeitsgruppe“ auf einem Schiff, die zur gleichen Zeit Dienst (= Wache) hat.

White Star Line
Markenname der Oceanic Steam Navigation Company, einer britischen Reederei, die von Thomas Henry Ismay 1869 gegründet wurde und die 1871 den Schiffsbetrieb aufnahm.